Celebration de todo los Santos

Hallo ihr Lieben.

Nach langer, langer, langer Zeit finde ich endlich mal wieder die Moeglichkeit, euch ein wenig aus meinem Leben zu berichten. Mittlerweile ist es hier auch kaelter geworden und ich kann nicht mehr jeden Tag wie selbstverstaendlich ohne Jacke zur Arbeit fahren. Was ganz interessant ist hier, ist das die Temperaturschwankungen hier ganz andere Dimensionen haben, als in Deutschland. Morgens und abends wird es richtig kalt, aber ueber Tag wird es warm. Also anders als in Deutschland. Es ist morgens zum Beispiel 2 Grad und ueber Tag wird es dann im Moment noch bis zu 20/22 Grad warm.

Die letzten Wochen waren gepraegt von vielen unterschiedlichen Aufgaben und Vorbereitungen. Unter anderem haben wir den Buisnessplan fuer unsere Idee, das Zentrum zu erweitern fertig gestellt. Es war sehr, sehr interessant fuer mich daran mitzuarbeiten und die Idee auf dem Papier zu konkretisieren. Jetzt sind wir dabei, Spender zu suchen, die uns unterstuetzen. Da das Zentrum eine Organsation ist, die keinerlei Geld verdient, sondern lediglich auf Spenden basiert existieren kann, werden wir versuchen mit einem Fundraisingdinner mehr Geld zu bekommen, um das Zentrum und somit die Arbeit im Zentrum zu erweitern. Ich bin sehr gespannt.

Ausserdem ist vor zwei Wochen die neue Missionarsfamilie angekommen. Es ist franzoesich/spanisches Ehepaar, dass mit 4 Kindern und einem fuenften auf dem Wege fuer zwei Jahre hier wohnen wird und im Zentrum mitarbeiten wird. Die beiden machen einen sehr, sehr netten ersten Eindruck und fuer mich ist es sehr schoen, noch ein bisschen mehr Hilfe zu haben und nicht mehr alles alleine entscheiden und regeln zu muessen. Interessant ist es, weil die beiden sehr wenig English und fast nur spanisch sprechen. Die Kommunikation untereinander ist dementsprechend sehr mixed up und oft auch sehr amuesant. Fuer mich ist es sehr gut, weil so lerne ich einfach noch mehr spanisch und muss mich halt noch mal n bisschen aufraffen auch zu hause Vokabeln zu lernen. 

Ansonsten waren die letzten Wochen vor allem von Feierlichkeiten gepraegt. Die Amerikaner sind wirklich verrueckt, was Halloween angeht und starten tatsaechlich schon mitte Oktober mit den Vorbereitungen fuer diesen Abend. Meine Gasteltern haben auch eine eigenen Halloweenparty veranstaltet und  ich kann euch sagen, meine Gastmutter hat nicht einen Karton voll Dekoration, nein sie hat einen ganzen RAUM voller Dekoration fuer dieses Event. Ich hab ihr dann zwischendurch immer wieder gesagt, dass das echt verrueckt fuer mich ist, da wir in Deutschland einfach nicht so richtig Halloween feiern. Sie hat mir dann erstmal gesagt, wenn das schon verrueckt ist fuer mich, dann sollte ich mal abwarten bis sie das Haus weinachtlich dekoriert. Oh ja da bin ich gespannt . Naja jedenfalls war unser Haus wirklich eine absolute Halloweenhochburg. Draussen hingen ueberall Gespenstergirlanden und Spinnenweben. Im Haus hingen ueberall Totenkoepfe, Fledermaeuse und Gruselfiguren. Das spezielle Highlight meiner Gasteltern war dann am Abend der Party , dass sie ueberall im Essen, dass sie vorbereitet hatten Barbyarme und Beine versteckt hatten, als spezielles Gruselhighlight. Also schon ein bisschen verrueckt diese Amerikaner .

 Vom Zentrum haben wir auch eine grosse Feier vorbereitet. Da die Mexikaner allerdings nicht sehr grosse Fans von Halloweenpartys sind, haben wir eine Allerheiligenparty veranstaltet. Die Mamis der mexikanischen Kinder lieben es, ihre Kinder als Heilige zu verkleiden. Das ist wirklich eine ganz besondere Freude und ein ganz besonderes Highlight fuer diese Kultur. Wir haben also, wie gesagt eine grosse Allerheiligenparty veranstaltet. Zusammen mit der Direktorin vom Zentrum habe ich die Party organisiert. Wir haben vorher eine grosse Popcornmaschine bestellt, eine Maschine die Zuckerwatte herstellt, hatten ausserdem eine grosse Buehne fuer eine Fashionshow. Was typisch ist fuer die Amerikaner wenn sie Halloween feiern ist das sogenannte Trunk'r'Treating. Wir hatten also auch ungefaher 20 Autos organsiert, die alle ihre Kofferraeume dekoriert hatten und unmengen von Bonbons fuer die Kinder zur Verfuegung gestellt haben. Zunaechst hatten Felicia und ich wirklich Sorge, ob Kinder kommen wuerden. Aber die Feier war wirklich ein voller Erfolg. Es waren rund 200 Kinder mit ihren Eltern da und es war wirklich ein grosses Fest voller Gemeinschaft und Freude. Fuer die Kinder war es sehr schoen, weil sie einfach nur da sein konnten, und das ganze Fest war komplett kostenlos fuer die Familien und wir hatten wirklich einen ganz wunderbaren Abend. Das Highlight war die Fashionshow. Die Kids standen alle zusammen auf der Buehne und haben getanzt und sich einfach nur besonders gefuehlt und die Eltern standen stolz am Rand der Buehne und es war wirklich einfach ein Geschenk, die Freude miterleben zu duerfen.

Je laenger ich hier bin, desto mehr werde ich auch auf Geburtstage und zum Essen eingeladen. Das ist sehr schoen fuer mich, da ich so auch die mexikanische Kultur besser verstehen kann. Am Sonntag allerdings hatte ich das erste Mal ein Erlebnis, bei dem ich das mexikanische Essen mal so garnicht garnicht garnicht mochte. Eine Familie hat mich nach der Messe eingeladen zum Essen. Dazu muss man wissen, dass die Mexikaner wenn sie Gaeste zum essen haben, sehr, sehr stolz sind. Grundsaetzlich ist es so, dass man beobachtet wird, wenn man isst und die Frauen wollen ganz genau wissen, wie gut es einem wirklich schmeckt. Wie gesagt, normalerweise ist das Essen immer sehr gut, aber dieses Mal. Es war SCHRECKLICH!!! Das Essen war eine Art Suppe, mit rohem Kuhfleisch am Knochen, grossen Oreganoblaettern, rohen Zwiebeln und Dingen die ich nicht beim Namen nennen konnte, da ich so etwas noch nie vorher gesehen hatte. Ich hab den ersten Loeffel gegessen und musste mich konzentrieren, nicht alles auszuspucken. Das Problem war, dass die Familie wirlich so erwartungsvoll auf meine Reaktion gewartet habe, und dass mir schon vorher eingeblaeut wurde, dass ich auf keinen Fall zu einer mexikanischen Frau sagen darf, dass mir etwas das sie gekocht hat nichts schmeckt. Ja da sass ich dann mit meiner Suppenschuessel und hab still und leise vor mich hingelitten und so getan als faend ich die Suppe wirklich lecker. Nach der halben Schuessel konnte ich aber leider nicht mehr. Ich hab dann einfach noch 2 Toast mit Marmellade gegessen, dass die Familie mir auch angeboten hatte und hab gesagt, dass ich jetzt LEIDER LEIDER wirklich satt bin und nicht die ganze Schuessel essen kann. Das war wirklich ganz wundebar und ich werde diese Suppe defintiv NIE wieder essen. Den Namen hab ich vergessen, aber es war etwas mit M und sobald ich Suppe sehe oder den Namen hoere, hab ich einfach keine Zeit zum essen .

Gerade sind wir in den Vorbereitungen fuer die Posadas. Das ist eine typisch mexikanische Tradition in der Weihnachtszeit. Wir beginnen mit dem Fest am 16.12. und enden am 24.12. In diesen neun Tagen wird symbolisch die Schwangerschaft von Maria wiedergespiegelt und die neun Monate des Wartens, sowie der Weg nach Betlehem. Wir werden jeden Abend in dieser Zeit in einem anderen Haus zu Gast sein. Die Kinder des jeweiligen Hauses spielen Maria und Joseph und stellen ein weiteres Stueck der Geschichte spielerisch dar. Dazu gibt es Lieder und zum Abschluss natuerlich, wie koennte es anders sein, ein gemeinsames Essen. Die letzte Feier am 24.12. findet dann im Zentrum statt. Danach werden wir mit allen zusammen Weihnachten feiern und im Zentrum eine grosse Weihnachtsparty haben. Da freue ich mich schon sehr, sehr drauf. Ausserdem organisieren wir am 2. Weihnachtstag ein grosses Fruehstueck, fuer alle Menschen, die zu uns kommen, die entweder obdachlos sind, oder aber alleine leben. Dazu werden wir kleine Schuhkartons vorbereiten als Geschenk mit Zahnpasta, Socken, warem Wintersachen usw. Man glaubt es nicht, aber an Wintersachen fehlt es hier wirklich. Wenn ich morgens zur Esquina gehe und den Maennern Kaffee und Brot bringe haben wirklich die meisten nicht mal eine warme Jacke, geschweige den Muetze, Handschuhe oder warme Schuhe. Und es ist wirklich sehr kalt hier morgens. Wie ihr merkt, es gibt also immer, immer, immer etwas zu tun und langweilig wird es hier sicher nicht. Ich versuche mich sobald es geht wieder mit neuen Informationen und Geschichten bei euch zu melden.

Liebe Gruesse aus Amerika. Y un abrazo para todos!

11.11.14 19:42, kommentieren

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Tenemos una solution perfecto

Hallo ihr Lieben.

Nach einer etwas laengeren Pause finde ich nun mal wieder die Zeit, euch etwas auf dem Laufenden zu halten, was mein Leben hier so anbelangt. 

Es geht mir nach wie vor grossartig und ich geniesse die Arbeit, das Leben und die vielen Erfahrungen die ich jeden Tag machen darf sehr!

Die letzten Wochen waren gepraegt von verschiedenen Festlichkeiten im und um das Zentrum und von viel Arbeit und Organisation. Was meinen persoenlichen Arbeitsplan anbelangt, so habe ich, wie  schon erwaehnt prinzipiell mittlerweile eine wirklich gute und feste Struktur,in dem was ich hier so mache usw. Was ein bisschen schwierig ist manchmal ist, dass ich hier momentan die einzige Missionarin bin. Viele der Dinge, die die Missionare vorher gemacht haben kann man aber nur zu zweit machen. Einiges davon habe ich uebernommen und mir einfach Leute aus dem naeheren Umfeld hier gesucht, die mir helfen. Andere Dinge musste ich aber auch streichen, weil sie momentan einfach nicht moeglich sind.Ich moechte euch in diesem Eintrag ein bisschen mehr ueber die Herkunft und die derzeitige Situation des Zentrums in dem ich arbeiten erzaehlen, denn das sind mit die Hauptaspekte, die momentan neben meiner normalen Arbeit laufen.

Insgesamt ist es so, dass das Zentrum in dem ich  arbeiten nun seid 7 Jahren besteht. Es ist damals entstanden, aus der Not heraus, dass es in Gainesville so viele mexikanische Familien gab, die Unterstuetzung und Hilfe, vor allem aber einfach Gemeinschaft gesucht haben. Begonnen hat alles damals mit der Begegnung eines Amerikaners mit den mexikanischen Maennern die jeden Tag auf dem Parkplatz eines grossen Supermarktes stehen und darauf warten, einen Job zu bekommen.

Der Amerikaner, der diese Maenner dort stehen sah, hat angefangen, ihnen Kaffee und Brot zu bringen und ihnen einfach Gesellschaft zu leisten und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Ein grosses Problem mit den Mexikanern hier in Gainesville ist, dass sie oft von der Gesellschaft nicht beachtet oder sehr gering wertgeschaetzt werden. Das birgt grosse Verletzungen. Diese Maenner waren und sind davon besonders gepraegt, da sie in der Oeffentlichkeit stehen und zeigen, dass sie keine anderer Moeglichkeit haben, zu bestehen, als oeffentlich um Arbeit zu bitten. Aus diesen Begegnungen mit dem Amerikaner und den Maennern ist dann immer mehr gewachsen. Die Sehnsucht der Menschen nach einem Ort der Annahme und der Begegnung war so gross, dass nach kurzer Zeit klar war, dass das eine Aufgabe ist, der sich die Menschen in Gainesville stellen muessen. So wurde das Zentrum gegruendet. Es ist seid 7 Jahren in Gainesville und theoretisch kaum noch wegzudecken, da es genau diese Menschen, die Hilfe, Annahme, Liebe und Bestaerkung benoetigen dort abholt, wo sie stehen. 

Bis vor einem Jahr hatte das Zentrum mindestens 7 ehrenamtliche Vollzeitmitarbeiter, Missionare und vieles mehr. Im letzten Jahr ist aber leider einiges Zusammengebrochen und es gab sogar einen Zeitpunkt, an dem nicht klar war, ob das Zentrum weiter bestehen kann. Allerdings hat sich genau an diesem Punkt gezeigt, wie wichtig das Zentrum fuer die Menschen vor Ort ist. Als es naemlich keine Missionare mehr gab, die die Arbeiten erledigen konnten, haben sich all diese Familie die unser Zentrum seid langer Zeit besuchen und ein Teil der grossen Gemsinschaft geworden sind, auf gemacht um uns mit allem zu unterstuetzen, was noetig ist. 

Mittlerweile hat sich die Situation wieder etwas gefestigt. Es gibt eine neue Missionsdirektorin, die sehr gute Arbeit leistet und deren Herz wirklich fuer diese Mission brennt. Die Missionsdirektorin ist gleichzeitig auch die Frau, der Familie wo ich lebe und wir verstehen uns nicht nur privat super, sondern sind auch arbeitstechnisch absolut auf einer Welle laenge. Felicia und ich versuchen gerade also, alles das, was im letzten Jahr stagnierte, wieder aufzubauen, allerdings immer in etwas anderer und ueberholter Form, sodass wir nicht angewiesen sind auf Missionare, die von ausserhalb kommen, alles in das Zentrum hineingeben, aber leider auch nach 1-2 Jahren zurueck in ihre Heimat gehen. Die Entwicklung bisher lauft ganz super gut und wir haben wirklich schon viel gutes hervorbringen koennen. Was mich dabei am meisten beruehrt ist, wie sehr es die Menschen hier ehrt, dass sie nun nicht nur Teil des Zentrums sind, weil ihnen dort geholfen wird, sondern auch, weil sie selbst mithelfen. Wir haben also momentan das Glueck, dass wir alle Klassen, alle Aktivitaeten, fast alle Missionsfelder und vieles mehr wieder eroeffnen konnten, weil wir so viel Hilfe haben.

Gerade arbeiten wir als Team vom Zentrum, aber neben den normalen Dingen die anstehen, auch noch daran, dass wir bestehen koennen, ohne dabei zu 100% auf Spenden von ausserhalb angewiesen zu sein. Es gibt Projekte die wir bearbeiten, um aus uns selbst heraus existieren zu koenne. Das ist hochgradig interessant fuer mich, da ich weder in meinem Studium noch in der Schule oder sonst wo besonders viel mit wirtschaftlichen Arbeiten, Buisnessplanerstellung usw konfrontiert worden bin und hier nun auf einmal mittendrin in einem solchen Projekt stecke. Zu Anfang hab ich noch gedacht, dass ganze Ausarbeiten und  planen wird mir nicht besonders viel Freude bereiten, aber ich muss sagen, ich entdecke hier ganz neue Seiten an mir .

Bald sind wir dann soweit unsere Idee zu preasentieren und nach aussen zu tragen und nach Firmen und Mitteln zu suchen, die uns zu Anfang unterstuetzen und mitfinanzieren wollen und koennen. Auch das wird noch spannend, und ich hoffe sehr, dass alles gut und erfolgreich weiterlaeuft. 

Naja, so viel zum Thema der Existenz des Zentrums und der Geschichte. Es ist auf jeden Fall wie man heraushoeren und lesen kann, sehr viel Arbeit und vieles, was noch der Entwicklung der hoffentlich erfolgreichen fixierung bedarf, aber es ist einfach so cool alles und ich LIEBE das leben, das ich hier fuehre.

Was ich hier ausserdem auch noch lerne, ist eine Website zu erstellen. Wie gesagt, da ich momentan die einzige Vollzeitmissionarin bin, mache ich nicht nur die Dinge, die mir zu 100% liegen und die ich schon aus Deutschland kenne, sondern auch sehr viele neue Sachen. Und das erstellen und fuellen einer Website gehoert auch dazu. Ich hab also in den letzten Wochen auch einen Teil meiner Zeit damit verbracht,  an unserer Interpreasenz zu arbeiten. Die Fotos sind teilweise noch sehr alt und werden in den naechsten Tagen/ Wochen noch aktualisiert, aber alles andere ist schon er- und ueberarbeitet. Also, wenn ihr mal einen noch tieferen und detaillierteren Blick in meine Arbeit und in das, was das Zentrum so macht werfen wollt, besucht:

 http://www.johnpaul2trainingcenter.com/

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Ich wollte eigentlich noch ueber ein bisschen was anderes schreiben und noch mehr von meinen Erfahrungen mit den Spaniern berichten, aber dazu fehlt mir im Moment leider die Zeit. Beim naechsten Mal. Ich wuensche euch allen auf jeden Fall noch einen schoenen Sonntag und einen guten Start in die Woche. Ich moechte zwischendurch auch mal ein bisschen was ueber das Leben und die Situationen im schoenen Deutschland erfahren, also schreibt mir auch mal, wie es euch so geht und was ihr so macht. Meine Emailadresse: lenagruenewald@t-online.de  

Passt auf euch auf und fuehlt euch alle fest umarmt. 

Liebe Gruesse Lena. 

Ps: Entschuldigt die schlechte Rechtschreibung, aber deutsche Saetze zu formulieren wird fuer mich immer mehr zu einem Problem, jetzt wo ich nicht nur Englisch, sondern auch noch spanisch sprechen muss...

 

5.10.14 18:50, kommentieren